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Ein Minenopfer wird zum Helfer
Am Tag 8 der Burmariders-Tour im Juni 2007 berichteten die Riders über Kham Thuen, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, mit seinen Prothesen anderen Minenopfern zu helfen. Wir trafen ihn bei seinem Einsatz in Loi Kaw Wan, einer großen Flüchtlingssiedlung an der thailändischen Grenze, wo er uns über sich und seine Arbeit erzählte.
Kham Thuen kann seine Arbeit fortsetzen
“Mein Name ist Kham Thuen. Ich bin 38 Jahre alt. Im Jahre 2002 habe ich mein Bein durch eine Minenexplosion verloren. Danach ginge ich nach Mae Sot zur Mae Tao Klinik von Dr. Cynthia Maung, um alles über die Herstellung von Prothesen zu lernen.
Nach einem Jahr in Mae Sot zog ich weiter nach Piang Luang an der Grenze zum Shan Staat Burmas und gründete dort meine Prothesenwerkstatt. Durch Vermittlung des Shan Health Committee (SHC) erhielt ich Unterstützung von der Organisation „Clear Path International“. Clear Path hat sich auf die Hilfe für Minenopfer spezialisiert.
Bisher konnte ich bereits über 170 Prothesen produzieren. Ich habe verschiedene Flüchtlingsgebiete besucht, und manchmal habe ich die Landminenopfer abgeholt, um für sie Prothesen zu formen. So kam ich auch hierher nach Loi Kaw Wan, um Prothesen für die Landminenopfer zu machen. Dabei zeige ich den Minenopfern und den Mitarbeitern der Klinik von Loi Kaw Wan, wie man die Prothesen fertigt. Wenn sie danach weitere Prothesen brauchen, können sie diese selbst produzieren.
Kham Thuen und Patienten - Hilfe zur Selbsthilfe
Um eine Prothese zu herzustellen braucht man eine Maschine, einen Prothesenform aus Gips und eine Mischung, die hauptsächlich aus Kunstharz und Gummi besteht. Bisher haben vier Menschen bei mir die Herstellung von Prothesen erlernt.
Landminenopfer, die vorher bereits eine Prothese hatten, können sich sehr schnell an ihre neue Prothese gewöhnen. Bei denen, die noch gar keine Prothese hatten, dauert es etwa eine Woche. Dann können sie mit der Prothese wieder fast wie früher arbeiten, zum Beispiel in der Landwirtschaft.”
Im Burmariders-Kurzfilm über seine Arbeit (siehe Link) berichtete Kham Thuen, dass er keine Mittel mehr habe, um seine Arbeit fortzusetzen. Als wir Kham Thuen Ende Dezember 2007 in Loi Kaw Wan trafen, war davon keine Rede mehr. Durch die Unterstützung, die er mittlerweile erhält, kann er seine Arbeit fortsetzen.
Sein Optimismus, seine Fürsorge und seine Geschicklichkeit bei der Herstellung von Prothesen machen den Minenopfern Mut und ermöglichen ihnen einen Neuanfang. Eine gut angepasste Prothese zu erhalten bedeutet für sie, wieder am Leben teilhaben zu können und arbeiten zu können, anstatt auf die Almosen der Mitmenschen, die meist selbst kaum etwas haben, angewiesen zu sein.
Hier der Link zur Burmariders-Seite mit dem Kurzfilm über Kham Thuen:
http://www.burmariders.de/?p=97
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