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Tag 14 – Nichts wie weg!
Im Prinzip ist das Motto des heutigen Tages ganz einfach: So schnell und so weit wie möglich in östliche Richtung marschieren. Wenn da nicht drei Faktoren wären, die das Ganze außerordentlich kompliziert machen. Ein Fluss, eine Straße und das burmesische Militär. Bevor wir nämlich die Grenze nach Thailand überqueren können, müssen wir an allen drei vorbei. Die Ranger hoffen, dass wir gegen Abend den Fluss erreichen können. Wir werden uns dann in einem Gebiet aufhalten, das gänzlich unter der Kontrolle der burmesischen Armee ist. Dabei ist die Überquerung des Flusses und der Straße darum besonders heikel, weil wir schutzlos und weithin sichtbar offenes Gelände durchqueren müssen. Zudem können sich burmesische Truppen dort schnell fortbewegen und unsere Karen Freiheitskämpfer wären nicht nur zahlenmässig weit unterlegen, sondern hätten zudem keine Möglichkeit sich strategisch zu positionieren. Aufgrund dieser Situation müssen wir den Fluss und die Strasse im Schutze der Dunkelheit überqueren um uns dann sofort in die schützenden Berge dahinter zu begeben. Ein guter Plan! Doch sicher ist nur, dass sich der Plan jeder Zeit ändern kann. Vor allem da wir immer noch nicht wissen, wo genau sich unsere Verfolger im Moment befinden. Als wir aufbrechen begleiten uns 25 Freiheitskämpfer mit Maschienengewehren, Granatewerfern und Panzerfäusten. Auch wenn ihre Waffen noch aus dem zweiten Weltkrieg stammen, kann ich nur hoffen, dass sie genauso einsatzbereit sind wie ihre Träger. Nur noch zwei Tage!
EXPEDITION Walk
Die Kolonne setzt sich in Bewegung. Burmesische Patroullien sind ganz in der Nähe.
Die Malaria hat Shiny Moon voll im Griff. Sie frisst sich durch seinen schwachen Körper und lässt seine Milz anschwellen. Doch kein Jammern, keine Klage … Shiny Moon hofft darauf, dass er die Krankheit noch einmal überleben wird. Sobald wir in Thailand sind, muss er sofort ins Krankenhaus.
Hinter dem kleinen Hügel in der Ferne suchen uns die Truppen der burmesischen Militärdiktatur. Wir müssen schnell und unbemerkt an ihnen vorbei.
Überall finden sich Spuren der Verwüstung. Hier schaltet und waltet die Militärdiktatur im Sinne ihrer eigenen Machterhaltung.
Hallo ihr Burmariders! Erinnert ihr euch noch an den letzten Tag unserer Fahrradtour für Menschenrechte 2007? Wir sind an einem Schlagbaum angekommen, der unsere Tour beendete. Damals war uns allen klar, dass auf der anderen Seite des Schlagbaums all die Probleme der Flüchtlinge aus Burma ihren Ursprung haben. Die Menschen in den Flüchtlingslagern haben uns erzählt wie grausam das Leben dort ist. Jetzt und heute sitzen wir genau hinter diesem Schlagbaum im Versteck. Es sind nur ca. 8 Kilometer von hier bis nach Ber Kler, dem besagten Endpunkt unserer Tour 2007. Wir warten hier in der Nähe des Flusses auf die schützende Dunkelheit, um der Grenze wieder ein Stück näher zu kommen.
EXPEDITION Versteck
K’Chay bleibt optimistisch.
EXPEDITION Über den Fluss
Wir überqueren den Fluss und die Straße. Dahinter marschieren wir zügig Richtung Berge. Vor uns liegt nun die ‚Dawna Range’, die Bergkette über deren Kamm die Grenze zu Thailand verläuft. Wir wissen nicht was um uns herum geschehen ist, sind aber heilfroh, dass es keinen Zwischenfall gegeben hat. Erst am nächsten Morgen werden wir erfahren wie knapp es wirklich war.
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