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Tag 11 – Das Massaker
Unsere Security hat die ganze Nacht den Funkverkehr der burmesischen Armee abgehört. Ein Verstärkungstrupp ist etwa 2 Tagesmärsche von hier aufgebrochen und wird im Laufe des morgigen Tages an einem Stützpunkt nicht weit von hier erwartet. Es werden dann beunruhigend starke Truppenverbände der Armee in dieser Gegend präsent sein. Noch haben wir keine Anzeichen dafür gefunden dass wir der Grund dafür sind, doch die Anspannung wächst. Wenn alles so bleibt, müssen wir erst morgen früh wieder aufbrechen.
Dies ist ein Foto aus dem Jahre 2002. Die burmesische Armee hat bei einem Massaker 12 Dorfbewohner (darunter 8 Kinder) ermordet. Saw Konu (rechts) hält den leblosen Körper seiner Frau in den Armen. Sie war schwanger! Sein acht jähriger Sohn namens Wilbur Htoo entkam diesem Übergriff nur dadurch, dass er sich tot stellte und einige Stunden unter dem Leichnam seiner soeben ermordeten Großmutter ausharrte. An diesem Tag verlor Saw Konu seine schwangere Frau und 2 seiner Kinder. Sein Sohn Wilbur Htoo und seine Tochter Naw Tha Ku überlebten schwer verletzt.
Wilbur Htoo überlebte das Massaker von 2002, weil er sich tot stellte und sich unter dem Leichnam seiner Großmutter versteckte.
Wir treffen Saw Konu und seine Tochter. Sein Sohn Wilbur Htoo ist nicht bei ihnen. Er wurde vor vier Monaten von burmesischen Soldaten gefoltert und ermordet. Am 24. Dezember 2007 war er mit seinem Sohn Wilbur Htoo und einem Neffen auf dem Feld, als sie von burmesischen Soldaten überrascht wurden. Sofort eröffneten diese das Feuer auf den Vater und die beiden Jungen. Alle flüchteten Hals über Kopf. Saw Konu verlor dabei seinen Sohn und seinen Neffen aus den Augen. Später fand er sie in der Nähe seines Feldes. Die Soldaten hatten den Jungen die Kehle und den Bauch aufgeschlitzt, sie partiell verbrannt und liegen gelassen. Saw Konu hatte nun bis auf seine Tochter die gesamte Familie durch Übergriffe der burmesischen Armee verloren. Wir sehen in den Augen dieses Vaters unendliche Trauer und den Wunsch, irgendwie mit diesem Trauma fertig zu werden. Wir fühlen uns machtlos und verzweifelt. Saw Konu hat sich nicht von seinem Sohn verabschieden können. Er hat sich nie wieder an den Ort des Geschehens zurück gewagt. Wir beschließen, gemeinsam den Leichnam von Wilbur Htoo zu suchen. Vielleicht können wir ihn wenigstens anständig beerdigen und Saw Konu somit einen würdevollen Abschied ermöglichen.
Unter höchster Vorsicht machen wir uns auf den Weg zu Saw Konus Feld. Von seinen Reisvorräten ist nur noch Asche übrig. Dort drüben müsste sein Sohn verschachert sein.
EXPEDITION Abschied von Wilbur Htoo
Wir finden die Überreste von Wilbur Htoo. Saw Konu kann sich vor Trauer kaum auf den Beinen halten. Wir nehmen gemeinsam Abschied, beten und singen.
Wilbur Htoos Überreste.
Saw Konu trauert um seinen Sohn.
EXPEDITION Sprechstunde
Im Dorf ist die Sprechstunde in vollem Gange. …
EXPEDITION Good Life Club
… und auch der “Good Life Club” kann beginnen. Angesichts der verheerenden Lage fällt es den Rangern sichtlich schwer Optimismus zu verbreiten. Der Smily auf den T-Shirts kommt mir schon fast seltsam vor. Wieviel Leid werden diese Menschen noch ertragen müssen, bevor ein beständiges Lächeln auf ihre Gesichter zurückkehrt?
Htoo Gwa Baw und Htoo Htoo Eh zeigen wie es geht.
Shiny Moon verteilt T-Shirts an die Kinder.
Listen spricht den Dorfbewohnern Mut zu.
Das Dorf bekommt seine erste richtige Toilette. Während das Team die Sprechstunde heute auch ohne ihn meistert, ist Mad Dog schon wieder voll im Einsatz.
EXPEDITION Katz und Maus
Nun ist es soweit! Die burmesische Armee schickt Patroullien nach uns aus. Black Rabbit erstattet Bericht.
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